FuckUp Nights Stuttgart Vol. 12 – powered by DigitalLife@Daimler

Bei den 12. FuckUp Nights in den Accelerate Spaces hieß es erneut Scheitern, na und? Drei Unternehmerinnen und Unternehmer berichteten von gescheiterten Projekten, der Trennung von Mitgründern, schweren finanziellen Phasen, dem Umzug von der eigenen Wohnung zurück ins Kinderzimmer, sowie rechtlichen Barrieren, die den Projekten ein jähes Ende setzten.

Die rund 100 Zuschauer interessierte am Abend besonders, wie die drei Unternehmerinnen und Unternehmer mit der Vergabe von Geschäftsanteilen an potenzielle Mitgründer umgegangen sind und wie man einen Mitgründer überhaupt erst findet.
„Schicke dein Konzept an so viele Leute wie nur möglich, irgendwann wird sich was ergeben.“ So Marthe-Victoria Lorenz, über ihre Anfänge mit fairplaid. Die 29-jährige Gründerin machte den Anfang der FuckUp Nights und berichtete wie sie nach dem Studium erst mal ganz alleine im stillen Kämmerchen an ihrer Idee gefeilt hat. Die darauffolgende Zeit war durch Ups und Downs geprägt. Die Trennung vom Mitgründer oder die Verhandlungen mit Gesellschaftern, bei denen sie kurz davor stand, alles aufzugeben. Bis hin zum Gefühl völlig ausgebrannt zu sein und der Erkenntnis, die eigene Identität verloren zu haben. „In den schweren Zeiten, die wohl jeder haben wird, werdet ihr zurückgreifen auf Familie und Freunde. Deshalb sollte man sich selbst nie in der eigenen Firma verlieren“, so Marthe.

        

Danach betrat Daniel Drexlmaier die Bühne, er berichtete über ein gescheitertes Projekt mit seiner Firma, der Spurenelemente GmbH. Die anfänglichen Investitionen in die Technologie eines Copters für Luftaufnahmen schienen Erfolgsversprechend, da zu dieser Zeit noch so gut wie niemand diesen Markt besetzte. Mitarbeiter wurden eingestellt und der Geschäftszweig ausgebaut. Dann kam der Preisverfall. „Auf einmal kann sich jeder so ein Ding kaufen, doppelte Bildqualität zum selben Preis“, so Daniel. Die Rechtslage wurde von Privatpersonen oft missachtet oder war einfach nicht bekannt. Viele größere Unternehmen kauften sich kurzer Hand selbst einen Copter, um Luftaufnahmen zu machen. All diese Faktoren führten am Ende dazu, dass das Projekt eingestellt wurde. „Von unserer Idee konnten wir uns einfach nicht trennen, haben dann viel zu viel Geld investiert“, so Daniel über das Ende des Projekts.

        

„FuckUp Nights find ich very very cool“, so Gerald Holler, der nach Daniel von seinen Erfahrungen mit dem Scheitern berichtete. Er erzählte von seinen ersten Erfolgen mit seiner eigenen Firma, dem großen Absturz, die Jahre danach und die aktuellen Entwicklungen seiner jetzigen Firma Compris. „Mit 20 ein eigenes Büro, 150 qm Wohnung, eigenes Auto… ich habe mich gefühlt wie Superman“, so Gerald. Der Fall war für ihn tief „stell dir vor du bist am Geldautomaten und bekommst plötzlich kein Geld mehr, Auto abgeben, Wohnung verlassen, die vielen Freunde sind dann auf einmal doch nicht mehr deine Freunde…“. Doch es ging weiter. Er ist wieder auf die Beine gekommen hat sich erst als Angestellter versucht, doch schnell festgestellt, da passt er nicht rein. Mit seiner Firma der Compris Ltd. ist er heute sehr erfolgreich auch wenn es hier ebenso immer wieder schwere Zeiten gab. „Einbrüche kommen immer, jeden trifft es irgendwann, deshalb sollte man seine Ideen ständig anpassen und testen.“ Doch eins ist sicher, weiter geht es auf jeden Fall immer. Für ihn fühlt sich das Leben als Unternehmer so an, als fahre man mit Vollgas in eine Kurve und jemand stellt das ABS ab. Es wird einen immer mal wieder aus der Kurve hauen. „Es ist spannend, tut manchmal weh und bleibt anstrengend“, er möchte jedem Mut machen, der es probiert.

Im Anschluss hatten alle Teilnehmer wieder die Gelegenheit mit den Speakern über ihre Erfahrungen zu diskutieren und sich bei Pizza und Bier mit den anderen Besuchern auszutauschen.

         

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren super Speakern, die ihre persönlichen Erlebnisse mit uns geteilt haben. Außerdem bedanken wir uns bei DigitalLife@Daimler für die tatkräftige Unterstützung!

Weitere Bilder gibt es wie gewohnt auf Flickr. Den Livestream könnt ihr auf unserem YouTube Kanal noch mal nachschauen.

Die nächsten FuckUp Nights sind für September geplant. Wir halten Euch auf dem Laufenden. Bis dahin – Share the failure!

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