Innovationspolitisches Frühstück in den Accelerate Spaces

An welchem Standort bietet sich der richtige Nährboden für junge Unternehmen, die schnell wachsen wollen; hier im Land oder nur in der Bundeshauptstadt? Was sind die relevanten Erfolgstreiber für Menschen, die sich mit innovativen Ideen selbständig machen wollen? Wie sieht es mit Finanzierung und Beteiligungen aus? Diese Fragen wurden beim Innovationspolitischen Frühstück des Wirtschaftsrat Deutschland in den Accelerate Spaces diskutiert. Die Landesministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Johannes Ellenberg, Gründer von Accelerate Stuttgart, Michael Haufler, Gründer der scireum GmbH und 1. Vorsitzender des Startup Stuttgart e.V., Christoph Röscher, Director Corporate Marketing & Sales der Robert Bosch GmbH und 2. Vorsitzender des Startup Stuttgart e.V. und Patrick Perner, Gründer von James UG forderten die Wirtschaftsvertreter auf, die Weichen für Stuttgart als Innovationstreiber und Nährboden für Startups neu zu stellen.

„In Stuttgart entstehen weniger Startups als in Berlin, dafür sind die Gründungen solide und Nachhaltig“, so die Landesministerin für Wirtschaft Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut über das Startup-Ökosystem im Land. Durch die Präsenz zahlreicher technologisch getriebener Konzerne und Mittelständler in der Region bietet der Standort im Bereich des B2B gute Chancen für Startups mit den etablierten Unternehmen der Region zusammenzuarbeiten. Auch die Industrie setzt auf Startups als Treiber für Innovationen im Unternehmen.

Dr. Stefan Kaufmann, Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, führte als Moderator durch die Veranstaltung und betonte gleich zu Beginn; Potential nach oben bestehe in der Vermarktung der Startup Szene in Stuttgart und im Land Baden-Württemberg. Probleme sieht er in der dezentralen Aufstellung. Jeder Standort arbeite für sich alleine, was in starkem Kontrast zu der Aufstellung der Startup-Szene in Ländern wie beispielsweise England und Frankreich stehe.

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Auch die Landesministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau stellt die zentrale Zusammenarbeit der Stuttgarter Startup-Szene in den Vordergrund. Die bessere Sichtbarkeit der einzelnen Szenen werde zukünftig unterstützend vorangetrieben, womit eine bessere Zusammenarbeit von Unternehmen und Startups ermöglicht werden soll. Weitere Schwerpunkte im Programm der Landesregierung seien vor allem die finanzielle Unterstützung für Gründer und die Fördermöglichkeiten transparenter darzustellen. Weiter betonte die Landesministerin für Wirtschaft, wie wichtig der einzigartige Spirit, der in der Startup Szene herrscht, für die „Old Economy“ sei. Für Startups stehe die Freude an der Aufgabe, sowie der Sinn der Arbeit an erster Stelle, es gehe keinesfalls um Prestige.

Anschließend machte Johannes Ellenberg die weitreichenden Auswirkungen der sich radikal verändernden Wertschöpfungskette in Baden-Württemberg deutlich. Weiter appelliert er an die Unternehmensvertreter sich nicht länger auf den Lorbeeren der Vergangenheit auszuruhen und umzudenken. Es sei von essentieller Wichtigkeit ein nachhaltiges und langanhaltendes Engagement für das Ökosystem und die Startup Community in Stuttgart aufzubringen. Von der Politik erwarte er eine starke Position hinsichtlich der Veränderung der Arbeitsformen der Zukunft und dass die Bremsblöcke der Bürokratie weiter abgebaut werden.

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Michael Haufler, Gründer der scireum GmbH und 1. Vorsitzender des Startup Stuttgart e.V., fordert Baden-Württemberg müsse die Rahmenbedingungen für Gründer bereits in Schulen schaffen. Bildungsbeauftragte müssen Schülerinnen und Schüler besser fördern, die eigenen Ideen zu verwirklichen.

Auch die Zusammenarbeit bestehender Unternehmen und Startups müsse verstärkt stattfinden. Dies machte Christoph Röscher, Director Corporate Marketing & Sales der Robert Bosch GmbH und 2. Vorsitzender des Startup Stuttgart e.V., in seinem Vortrag deutlich und fordert Unternehmen auf, den Austausch zu suchen und ihre Erfahrungen mit Gründern zu teilen. Er beschreibt das Startup-Ökosystem wie folgt: „Das Glas ist eher halb voll“. Die Entwicklungen am Standort gingen in die richtige Richtung, müssten aber noch verstärkt und besser genutzt werden.

Zum Schluss gab Patrick Perner, Gründer der James UG, Einblicke in die aktuellen Herausforderungen seines Unternehmens in Bezug auf den Standort Stuttgart. Er machte deutlich, dass der Standort für die Anfangsphase der Gründung sehr viele Vorteile brachte. Kontakte zu großen Unternehmen im B2B Bereich konnten beispielsweise sehr schnell hergestellt werden, was das Wachstum in der Region förderte. Jedoch steht das Startup momentan vor der Herausforderung Wagniskapital einzusammeln, um deutschland- und europaweit expandieren zu können. VC Fonds werden aktuell aber eher in die Berliner Startup Szene investiert. Er forderte die Vertreter der Wirtschaft auf, verstärkt in junge Startups aus Stuttgart zu investieren. Hier sieht der Gründer ein enormes Aufholpotential im Vergleich zur Bundeshauptstadt.

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Das Fazit des Frühstücks; Mehr Zusammenarbeit, bessere Vernetzung etablierter Unternehmen mit der Startup Community und mehr Risikobereitschaft bei Early-Stage Investitionen. Das Innovationspolitische Frühstück bot allen Teilnehmern anregende Vorträge und Denkanstöße zu den Themen struktureller Wandel der Wirtschaft und Startups als Innovationstreiber der Region und vor allem auch Anregungen dazu, wie man sich effektiver als Unterstützer der Szene einbringen kann.

In Zusammenarbeit mit Esskultur, Bagelboy, Lieferladen.de und Earlybird Coffee mit seinem Coldbrew Coffee Karacho, allesamt Startups aus Stuttgart, wurde den rund 100 Vertretern aus Politik und Wirtschaft ein ganz besonderes Frühstück geboten. Außerdem sorgten ExitGames Stuttgart mit ihren mobilen Brainboxen für Abwechslung und Spielspaß nach den Voträgen.

Das Video mit allen Vorträgen und der anschließenden Diskussionsrunde gibt es auf unserer Facebookseite zum nachschauen. Alle Bilder des Events gibt es wie gewohnt auf Flickr.

Vielen Dank an alle Startups für die super Unterstützung. Für das Filmmaterial und die Bilder bedanken wir uns recht herzlich bei Die Liegen – Camcorder Crew, die uns den Livestream ermöglichten und bei Antoine von Get Made, der uns die Bilder zur Verfügung stellte.

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