Mein Tag als „Schülerin im Chefsessel“ bei Accelerate Stuttgart

Erfahrungsbericht von Alessa Gangl

Alessa Gangl

Accelerate Stuttgart, ein Unternehmen im Herzen Stuttgarts, hat sich zur Aufgabe gemacht hat, zusammen mit Startup-Unternehmen digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln und diese auf den erfolgreichen Markteintritt vorzubereiten. Dafür bietet das Unternehmen Büros für Startups in den Accelerate Spaces, Unterstützung in der Suche von Investoren sowie den Zugang zu einem großen nationalen und internationalen Netzwerk an. Zusätzlich plant und führt Accelerate Stuttgart Pitch-Wettbewerbe und Fach-Veranstaltungen zu Startup-Themen durch. Der 17.03.2016 sollte der Tag werden, an dem ich den Chefsessel von Johannes Ellenberg einnehmen durfte.

Um 8:30 Uhr holte mich mein „Chef“ am vereinbarten Treffpunkt, dem Stuttgarter Hbf ab. Die Begrüßung fiel sehr vertraut aus, da wir bereits miteinander telefoniert und geschrieben hatten und uns aufs Duzen geeinigten hatten. Wir stiegen in sein Auto und Johannes erklärte mir den Ablauf des Tages während wir zum ersten Termin fuhren, ein Meeting beim Wirtschaftsministerium Stuttgart. Bei diesem Meeting ging es um den aktuellen Stand von Fintech-Unternehmen. Fintech steht für Financial Technologie und befasst sich mit Startup-Ideen und -Technologien im Bereich Finanzdienstleistungen. Nach dem interessanten Gespräch verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Weg zum nächsten Termin. Wieder ein Meeting, diesmal am Killesberg bei der Werner Sobek Group. Das Meeting fand in dem speziell dafür entwickelten Umwelthaus statt. Es ging darum, ob dieses Gebäude ein geeigneter Präsentation -und Besprechungsraum für Startup-Unternehmen mit nachhaltigen oder ökologischen Hintergrund sein könnte.

Während der Fahrt zum Accelerate Büro am Feuersee unterhielten wir uns nett und fanden heraus, dass wir beide Fans vom VfB Stuttgart sind. Dort angekommen bekam ich einen Rundgang durch das Gebäude. Er zeigte mir das komplette Büro, die Accelerate Spaces und stellte mir seine Mitarbeiter vor. Noch ganz geplättet von den ganzen Eindrücken brachte Johannes mich in das Büro des Startup Unternehmens Flurfunk. Flurfunk hat eine mobile App entwickelt, die einem zeigt was in Echtzeit um einen herum und sogar auf der ganzen Welt passiert, indem andere Nutzer ihren aktuellen Standort und ein Ereignis teilen. Wie z.B. zu wissen was aktuell in Stuttgart stattfindet oder zu sehen was andere Nutzer gerade interessantes machen. Ich stellte den Gründern einige Fragen. Ich fand es sehr interessant, wie man so eine App programmiert und damit Geld verdient. Mit Werbematerial und der Bitte, mich bei Flurfunk zu registrieren verließ ich deren Büro und kehrte zu Johannes zurück, der mich dabei zuschauen ließ, wie er ein paar Angebote schrieb.

13 Uhr war Mittagszeit und wir beide hatten Hunger. Glücklicherweise war der nächste Termin ein Geschäftsessen. Bei Lasagne und Pulled Beef Burger unterhielten wir uns mit Andrea Przyklenk. Sie ist die Herausgeberin des Wirtschaftsmagazins „Die News“. Für ihr neues Buch benötigte sie noch ein paar Anregungen zum Thema ‚automatisiertes Marketing‘ von Johannes.

Ein Mittagsschlaf nach dem leckeren Essen war nicht eingeplant, denn es ging sofort weiter im Programm. Nachdem wir Altpapier weggebracht hatten, gingen wir zurück ins Büro. Dort durfte ich zwei weitere Startups und den Mediendesigner von Accelerate Stuttgart kennenlernen. Nach längeren Gesprächen kam Johannes auf mich zu und teilte mir mit, dass er nun zu einem Notartermin muss, auf den er mich leider nicht mitnehmen kann. Wir gingen in sein Büro und hielten ein kurzes Abschlussgespräch. Er hoffte, dass mir der Tag in seinem Unternehmen gefallen hat. Anschließend hatte ich noch Gelegenheit, seiner Mitarbeiterin Ann-Kathrin Ebinger, Projektmanagerin bei Accelerate, über die Schultern zu schauen. Sie erklärte mir, welche Aufgaben sie im Unternehmen hat und welche Programme sie benutzen. Gegen 17 Uhr verabschiedete und bedankte ich mich bei allen und Ann-Kathrin begleitete mich netterweise sogar noch zur S-Bahn-Station. Ich Dorfkind hätte ohne ihre Hilfe wahrscheinlich nie wieder nach Hause gefunden. Erschöpft, den Kopf voller neuer Erfahrungen und einem Stapel Visitenkarten und Infomaterial in der Tasche, setzte ich mich in den Zug nach Hause.

Schlussendlich kann ich über meinen Tag im Chefsessel von Johannes sagen, dass mich die Geschäftsidee des Unternehmens von Anfang an begeistert hat und ich mich sehr wohl gefühlt habe. Da Accelerate Stuttgart ein sehr junges Unternehmen ist, habe ich mich nie fremd gefühlt und wurde vom ganzen Team sofort freundlich aufgenommen. Mein Chef Johannes ermöglichte mir einen tollen und interessanten Tag an seiner Seite und gab mir Einblicke in seinen Arbeitsalltag. Zusammen erlebten wir einen langen und für mich abwechslungsreichen Tag an dem ich neue Leute kennengelernt und tolle Erfahrungen gesammelt habe. Durch seine freundliche und nette Art und die persönlichen Gespräche hat er mir gezeigt, dass er als Chef auch nur ein ganz normaler, bodenständiger Mensch ist und auch Chefs ab und zu mal Altpapier wegbringen müssen.

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