Startup der Woche: no/academy und ihre disruptiven Formate für neues Lernen

Unser Startup der Woche, no/academy, integriert Kursteilnehmer in alle Entwicklungsprozesse und schafft so neuartige Programme der Wissensvermittlung, die ein aktives und erlebnisorientiertes Lernen fördern, bei denen der Teilnehmer selbst Einfluss auf das Ergebnis nimmt. Wir haben mit Sonja Johanna Döring von no/academy über erlebnisorientiertes Lernen, people business und natürlich auch über die Herausforderungen der Gründung gesprochen. Hier im Blog erfahrt ihr mehr über die Hintergründe.

Hallo Sonja, stell uns doch einmal kurz no/academy und dein Team vor.

Liebe Selina, lieben Dank und sehr gerne. no/academy steht für erlebnisorientiertes Lernen und eine charmante Absage an das, was landläufig unter einer klassischen Akademie verstanden wird. Neben uns beiden Gründern gibt es daher auch kein Team im klassischen Sinne. Vielmehr ein sogenanntes selbstorganisierendes Netz aus Menschen mit der Idee und Überzeugung, den Menschen mit seinen Bedürfnissen, Fähigkeiten, Talenten, Erfahrungen und Herausforderungen in den Fokus all unserer Aktivitäten zu stellen und zu enablen.

Wie ist die Idee für no/academy entstanden und wie seid ihr auf den Namen gekommen?

Die Idee entstand nachdem wir uns bei einem früheren Job, in etwas anderen Rollen kennengelernt haben und viel mehr daraus, dass wir über die Zusammenarbeit dort festgestellt haben, dass uns ein Mindset verbindet, wenn es um den Umgang mit Mitarbeitern, das Gestalten der internen Organisation, aber auch um Zielbilder und Visionen geht. Sprich erst war die Idee da, dass wir auch zukünftig etwas gemeinsam machen wollen. Und das “was” entstand dann danach. Zum einen weil wir am Markt immer wieder den Need dafür gesehen haben und mit einer großen Peergroup gemeinsam entwickelt haben.

Und „no/academy“ war von Beginn an unser Arbeitstitel, weil wir einen starken Gegenentwurf genutzt haben, um neu zu denken – und er blieb. Denn dieses „no“ hat eine großartige Doppeldeutigkeit: Es steht sowohl für die charmante „Absage“, für alles, was wir generell an Didaktik, Methodik, Habitus und Denkmustern in Frage stellen wollen. Und ganz positiv formuliert, steht es auch für „new order“, also einen Neuauftrag, oder eine neue Ordnung. Damit ist der Name ein sehr kreatives Sprungbrett für jede Überlegung, und ein fundamentaler Perspektivwechsel: Wenn du dich also bei jeder reflexartigen Antwort fragst, „Wie kann ich es noch sehen?“, dann bist du bei uns genau richtig!

Euer Thema bei no/academy ist das erlebnisorientierte Lernen im sogenannten people business. Was versteht ihr unter erlebnisorientiertem Lernen und wie grenzt sich no/academy von anderen Weiterbildungseinrichtungen ab?

Erlebnisorientiert bedeutet für uns, dass wir ein Erlernen, Erleben und Erkennen auf allen Dimensionen erreichen wollen, auf der Wissens-Ebene, auf der körperlichen Ebene, auf der geistigen Ebene, und eventuell auch auf einer spirituellen Ebene. Wenn du als Teilnehmer mitmachst, und offen bist für neue Erfahrungen, dann können sich nicht nur deine Perspektiven, sondern ganze Weltbilder ändern. Aber es ist immer ein „Kann“, kein “Muss”. Du als Teilnehmer bestimmst immer das Tempo, und was du dir wirklich anschauen möchtest. Ergänzend dazu ist in der Lernforschung bereits seit Jahrzehnten bekannt, dass Menschen, die durch Erlebnisse lernen, die aktiviert sind, mit viel mehr Freude und nachhaltiger lernen. Und das verpflichtet unserer Meinung nach alle, die für Menschen Lernräume öffnen, genau zu einem solchen Vorgehen. Finden wir zumindest. Uns geht es dabei weniger um die Abgrenzung zu anderen, sondern vielmehr um ein Zuwenden, zu unseren Teilnehmern. Ein Beispiel dafür sind unsere Wunschtrainings. Hier sind die Teilnehmer mit ihren Themen die Initiatoren unseres Programms. Also pull statt push.

Was begeistert Euch daran, Menschen bei ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten?

Wir haben in unseren Jobs immer wieder gesehen, dass der Mensch in der “westlichen Welt” stark in mentalen Konstrukten und unserer hiesigen Konditionierung agiert. Und dass daraus Probleme entstehen im Privaten und Beruflichen. Auf unserem Weg haben wir uns immer wieder die Frage nach dem Warum gestellt. Wir glauben, dass die Zeit reif dafür ist völlig unerschrocken Formate, Methoden und relevante, zeitgeistige Themen mit etablierten, aber auch wissenschaftlich weniger anerkannten Methoden zu kombinieren und damit zu experimentieren. Wir vereinen also drei Welten, die für uns unbedingt zusammen gehören: Lernen, Erleben und Selbsterkenntnis.

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Kommen wir nochmal auf Euren Schwerpunkt, das people business, zurück. Was versteht ihr darunter?

Wir nutzen den Begriff People Business, weil er sehr gut die derzeitigen Entwicklungen beschreibt, Mitarbeiter nicht nur als Ressource zu betrachten, und bspw. der HR Bereich eines Unternehmens viel mehr sein kann, als eine Sachbearbeitung für Recruiting, Gehälter und Kündigungen. Ansprechen wollen wir im ersten Schritt aber nicht nur Personaler, sondern ganz generell Unternehmer, Personalverantwortliche und Führungskräfte, und auch alle Menschen, die ambitionierte, neue Formen der Zusammenarbeit für sich entwickeln wollen. Der gemeinsame Nenner ist dabei das Verständnis, dass innovative Change-Prozesse, wie beispielsweise eine „Digitale Transformation“ nur dann funktionieren können, wenn dabei alle Beteiligten ihre bisherigen Denkschubladen verlassen und anfangen den Wandel von innen heraus zu gestalten. Auf Augenhöhe.

Wie sieht ein typisches Kursprogramm bei Euch aus und was kostet es im Durchschnitt?

Ein typisches Programm gibt es nicht. Vielmehr integrieren wir ähnlich wie im lean-startup Ansatz von Beginn an die Kunden in die Konzeption und entwickeln unser Angebot mit ihnen gemeinsam und iterativ. Diese Ergebnisoffenheit setzt sich auch bei der Durchführung fort. Sprich unsere Trainer ziehen kein festgeschriebenes Programm durch, sondern können und wollen innerhalb dessen die Wünsche und Bedarfe der Teilnehmer so balancieren, wie diese es brauchen. Dieses Vorgehen spiegelt sich auch in unserer internen Organisation wider und da es nicht im Interesse unserer Kunden ist einen großen Wasserkopf mit zu zahlen, haben wir von Beginn an, die gesamte Organisation auf schlanke und digitale Prozesse gestellt. Denn wir wollen zum einen keine Arbeitsbeschaffungs-Aufgaben in Rollen pressen und zum anderen unseren Teilnehmern ein Pricing ermöglichen, welches angemessen ist für das Angebot und mit dem sämtliche Partner auch ‘davon leben können’. Eben auf Augenhöhe.

Was waren Eure größten Herausforderungen bei der Gründung?

Herausforderungen gab es viele. Am lehrreichsten war für uns selber zu erleben, dass es kein fertiges Rezept gibt ein Unternehmen zu gründen, sondern dass wir für uns unseren Weg herausfinden und gehen. Da spielt der “Bauch” eine große Rolle, der Austausch mit zukünftigen Kunden und dass es für uns sehr gut, hilfreich und lehrreich war, jemanden zu haben, der uns dabei begleitet hat: unseren Gründercoach Mario Buric. Mit ihm verbindet uns viel mehr als eine reine Beratung. So haben wir gemeinsam nicht nur die gesamte Finanzierungsstrategie zum Bootstrapping geändert, sondern basierend darauf unter anderem auch den Mindshift bei der Konzeption der Produkte vollzogen, in dem wir dann von Anfang an unsere Kunden in den Entwicklungsprozess eingebunden haben und nicht im stillen Kämmerlein irgendwas konzipiert haben, was eventuell am Markt gar nicht relevant ist.

Und zu guter Letzt unsere obligatorische Frage: Was sind Eure Herausforderungen und Ziele für 2017?

Erst einmal findet am 07.12. unser bisher größtes Event statt: der Appcircus Stuttgart. Dafür laufen die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren und wir freuen uns riesig darauf, mit diesem Event als selber junge Gründer etwas zurückgeben zu können an die Startup Community. An dem Abend werden die 10 Finalisten um den Titel pitchen und mit ihm eine Nominierung für die Mobile Premier Awards in Barcelona erhalten. Das ist eine riesige Chance und wir konnten mit Omri Erez den Gewinner der Mobile Premier Awards 2015 gewinnen für eine Keynote, bei der er von den Erfahrungen und Learnings erzählen wird als sie damals mit ihrer App Fansino an den Start gingen. Wer dabei sein möchte, es gibt noch Tickets unter appcircus-str.de

Nach dem Appcircus steht unsere eigene Learning Week an, in der wir fokussiert das erste halbe Jahr von no/academy reflektieren werden. Als Ziel für 2017 zeichnet sich ab, dass wir mit starken Kooperationspartnern für eine höhere Sichtbarkeit von no/academy antreten möchten. Die ersten Piloten dazu, das YoungstarsLab in Kooperation mit der bwcon und das Fail & Learn Camp im Februar 2017 zeigen, dass es für uns als junges Unternehmen, ein toller Weg ist. Daran möchten wir anknüpfen.

Vielen Dank Sonja für die interessanten Einblicke in Euer Startup. Ich wünsch Euch zunächst viel Erfolg mit dem Appcircus und für Eure nächsten Projekte alles Gute und viel Erfolg!

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