Corporate Innovation: ARENA2036 – der Stuttgarter Forschungscampus für innovative Produktionstechnologien

Vergangene Woche haben wir uns mit Peter Froeschle, dem Vereinsvorsitzenden der ARENA2036 e.V. unterhalten, deren Forschungscampus in Stuttgart-Vaihingen eine Brücke zwischen Forschung und Entwicklung im Bereich des Leichtbaus und innovativer Produktionstechnologien schlagen möchte. Im Rahmen des Interviews hat uns Peter Froeschle erzählt, was sie mit dem Campus vorhaben und wie sie Stuttgart weiter als innovativen Forschungsstandort positionieren möchten. Hier in unserem Blog stellen wir Euch ARENA2036 und die Hintergründe näher vor.

Was genau steckt hinter dem ARENA2036 e.V. und welche Rolle soll der Forschungscampus für Stuttgart spielen?

Der Forschungscampus ARENA2036 e.V. ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Forschungsprogramm. Ziel ist die gemeinsame Forschung und Entwicklung von Innovationen durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. Das Forschungsvorhaben der ARENA2036 wird geleitet von der Vision in den nächsten 20 Jahren, bis zum Jahr 2036, dem 150-jährigen Jubiläum des Automobils, die wandlungsfähige Produktion mithilfe des intelligenten, funktionsintegrierten, multimaterialen Leichtbaus zu revolutionieren. Mission ist, auf diese Weise neben dem Automobil der Zukunft auch die Produktion der Zukunft zu entwickeln. Zusammenfassen lässt sich dies mit den Worten „Industry on Campus“.

Für Automobilnutzer wird die individualisierte Mobilität mit geringem Energieverbrauch immer wichtiger, genau diesen Punkt greift die ARENA2036 auf. Um Individualität bei gleichbleibendem Komfort zu ermöglichen und nachhaltig sowie ressourcenschonend zu arbeiten, ist es zum einen notwendig neue Produktionsweisen und zum anderen neue Materialien zu entwickeln, die nicht nur leichter, sondern auch funktionaler werden. Durch die Integration von Funktionen, wie z. B. durch Crash-Sensoren in das Material, wird es möglich gerade bei zunehmenden Sicherheitsvorkehrungen Autos leichter zu bauen und den gewohnten Komfort beizubehalten. All dies wird durch die neue Art von Kooperation entstehen und gefördert. Durch das Hand-in-Hand-Arbeiten von Forschung und Industrie entstehen große Synergieeffekte und eine gegenseitige Befruchtung. Damit wird die Zusammenarbeit verschiedenster Disziplinen angeregt.

Dieser Austausch wird in dem, im kommenden Jahr zu eröffnenden, ARENA2036-Neubau, eine hochtechnologisierte Forschungsfabrik, auf dem Universitätsgelände in Vaihingen entstehen. Die Idee „Industry on Campus“ kann dort direkt umgesetzt werden und dient der Generierung schnellerer und kreativerer Prozesse zwischen Industrie und Wissenschaft. Stuttgart stellt für diese Form der Zusammenarbeit die perfekte Umgebung dar. Neben großen Industrieunternehmen gibt es zahlreiche Zulieferer, spezialisierte KMU sowie die ansässige Wissenschaftsexpertise. Die Kombination und Nutzung dieses vorhandenen Potenzials ist einzigartig. Für Stuttgart entsteht mit der ARENA2036 ein Ort, der all diese Kernkompetenzen bündelt und synergetisch zusammenführt – ein Ort voller Innovations- und Durchsetzungskraft.

Vor ein paar Wochen haben Sie gemeinsam mit Plug and Play Germany der Daimler AG und der Universität Stuttgart das Förderprogramm STARTUP AUTOBAHN angekündigt. Welche Rolle wird ARENA2036 im Rahmen des Programms spielen?

Um erfolgreich zu sein benötigen Startups aus unserer Sicht fünf Dinge:
1) Eine gute Idee,
2) einen Prototypen, um dieses Idee zu demonstrieren,
3) Kunden,
4) eine gute Ausbildung, um die Firma erfolgreich zu führen,
5) und Investoren, die den Startups Kapital an die Hand geben, um die Idee durchzusetzen.

Bei den Punkten zwei bis vier kann die ARENA2036 die Startups umfassend unterstützen. Vor allem durch das zur Verfügung gestellte Hardware-Lab und die Räumlichkeiten der ARENA2036 können die ausgewählten Startups ihre Geschäftsideen weiterentwickeln. STARTUP AUTOBAHN sucht insbesondere Startups an der Schnittstelle zwischen Hard- und Software mit einem Mobilitätsschwerpunkt. Diese Ausrichtung entspricht dem Zielgebiet von ARENA2036. Das ist ein entscheidender Vorteil für die Startups, denn dadurch erhalten sie direkten Zugriff auf ein umfangreiches Know-how innerhalb der ARENA2036.

Welche Vorteile hat aus Ihrer Sicht der Standort Stuttgart für die Technologieforschung und -entwicklung und welche aktuellen Trends sehen Sie hier?

Ein wichtiger Aspekt erfolgreicher Forschung ist es, die Use Cases und somit die Kundenbedürfnisse zu kennen. Sind diese bekannt, kann gezielt Forschung und Entwicklung betrieben werden. In Baden- Württemberg kann dies sehr gut vorangetrieben werden, da hier die Mehrzahl an Industrieunternehmen mit Automobil- und Produktionsfokus ansässig sind. Stuttgart bietet daher die geeignete und notwendige Infrastruktur, um einen Austausch zwischen Forschung und Industrie zu generieren. Nur mit einem umfangreichen Austausch kann sich die Technologieforschung und -entwicklung den aktuellen Gegebenheiten sowie Trends anpassen und mit dem Geist der Zeit gehen. In diesem Zusammenhang sieht die ARENA2036 einen Trend zur sehr starken Entwicklung der Sensortechnik und der Anbindung der über die Sensoren generierten Informationen, um sie digital zu verarbeiten.

Vielen Dank Herr Froeschle für die interessanten Einblicke in die Arbeit der ARENA2036 und weiterhin viel Erfolg!

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