Startup der Woche: fairplaid und ihre Crowdfunding-Plattform für Sportprojekte und -vereine

fairplaid ist unser Stuttgarter Startup der Woche. Das Team um Marthe-Victoria Lorenz hat eine Crowdfunding-Plattform zur Unterstützung von Sportprojekten und -vereinen entwickelt. Ihr möchtet mehr über fairplaid erfahren? Dann lest die Startup-Story auf unserem Blog.

Hallo Marthe, was genau macht fairplaid? Und was genau steckt hinter Eurer neuen Kampagne #sportfairliebt?
Mit fairplaid etablieren wir eine weitere Möglichkeit zur schnellen und einfachen Finanzierung von Trikots, Trainingslagern, WM-Fahrten, Jugendarbeit, eben alles, woran Sportler und Sportvereine arbeiten und ihnen das Sporttreiben ermöglicht. Diese können auf fairplaid schnell und einfach eine Projekt-Seite anlegen, ihr Projekt beschreiben, Prämien und Sponsoring-Pakete einstellen und direkt mit dem Sammeln von Geldern loslegen. Wir unterstützen die Projekte mit einer individuellen Betreuung, kostenlosen Webinaren, Prämeinpartnern und auch Sponsoren, die bei bestimmten Kategorien Projekte „mitfördern“. Unsere Mission ist, die Gelder im Sport besser zu verteilen und damit die Vielfalt zu erhalten, bzw. neuen Sportarten die Möglichkeit zu geben, überhaupt an den Start zu gehen.

Das eigentlich sagt sportfairliebt aus, faire Möglichkeiten für alle Sportler. Entstanden ist die Idee nach dem Prinzip „Hey, lass doch mal was auf Instagram machen. Ja hey, wir brauchen nen coole Hashtag! Ja, auf jeden Fall!“ Ein paar Versuche hats gebraucht, aber den fanden wir irgendwie passend für unsere Mission. #sportfairliebt unterstützen mittlerweile schon einige Olympioniken und Sportler auf Instagram, indem sie sich öffentlich zu unserer Mission bekennen und auf uns aufmerksam machen. Denn: je mehr fairplaid-Projekte mitmachen, desto mehr Chancen haben wir, Unternehmen und Unterstützer von einem Beitrag zu überzeugen. Jeder kann bei #sportfairliebt mitmachen und uns so helfen, die neue Säule der Sportförderung mitzugestalten! Mehr Infos gibts hier: sportfairliebt.org.

Welche Projekte zur Sportförderung laufen denn bei Euch generell besonders gut? Kannst du uns dazu etwas mehr erzählen?
Von Unterwasserhockey bis zum Europameister Voltigieren, von der F-Jugendmannschaft bis hin zu den Hamburg Freezern aus der 1.Bundesliga Eishockey. Fest steht: wer engagiert ist, wird meist auch erfolgreich. Das Herzensblut überträgt sich einfach auf die Menschen. Wichtig ist auch, eine Mission zu haben, nicht nur eine Maßnahme. Wo soll denn die Mannschaft in 5 Jahren stehen? Hat man vor, mit dem Trainingslager die Basis für einen Aufstieg zu setzen? Oder will man nur auf die Party gehen und Spaß haben? Wieso braucht man neue Trikots? Wer ein Ziel hat, findet auch Mitstreiter, das ist beim Crowdfunding nicht anders, als bei Unternehmen auch 🙂

fairplaid sportfairliebt

Bisher seid ihr ja ein eher kleines Team. Ist das Entwickeln und Vorantreiben eines solch eher erklärungsbedürftigen Angebots nicht eine ziemliche Herausforderung?
Ja und nein. Natürlich kamen wir damals mit einem Konzept auf den Markt, das niemand kannte und bei dem die Menschen erstmal umdenken müssen. Ich möchte den Aufstieg schaffen? Da denken die meisten Vereine und Athleten erstmal ans klassische Unternehmens-Sponsoring – auch wenn dieses in vielen Fälle aufgrund der niedrigen Wahrnehmung meist gar nicht das richtige Mittel ist und nur unter größter Anstrengung Sponsoren gefunden werden.

Auf der anderen Seite hören die Menschen bei etwas Neuem auch erst einmal zu und wir haben in diesem Bereich auch noch einen überschaubaren Wettbewerb. Wenn es um Crowdfunding in Deutschland geht, kommt eigentlich keiner an uns vorbei.

Da wir alle sportfairliebt sind (;)) sind nehmen wir die Herausforderung gerne an. Es macht Spaß, innovativ zu sein, Neues zu testen, zu sehen, wie die Bewegung wächst und – ganz klar – Menschen zu helfen.

Wenn du fairplaid nochmals gründen würdest, welche Entscheidung würdest du auf jeden Fall wieder so treffen und was würdest du anders machen?
Die Gründung an sich würde ich immer wieder machen. Am Anfang war ich noch recht unsicher, ob selbstständig sein das Richtige ist. Und ob fairplaid funktioniert. Jetzt kann ich mir nichts mehr anderes vorstellen, texte auch jeden zu, dass er/sie sich selbstständig machen soll 🙂

Wie wahrscheinlich viele, war ich gerade aus dem Studium raus auch einfach unwissend und vor allem bei der Rechtsberatung zu sparsam. Wenn man wie ich aus dem Studium kommt, denkt man nicht daran, jetzt 250€ Stundenlohn für nen Rechtsanwalt zu zahlen, damit die Gesellschaft auf richtigen Beinen steht. Google wirds schon richten. Hier hätte ich mehr investieren und auch mehr Gründer nach Rat fragen müssen. Lesson learned 🙂

Bevor ich durch Startup Stuttgart das Prinzip des „Lean Startup“ kennenlernte, habe ich auch zuviel am Produkt rumgewerkelt, das Design perfektioniert, mich an Kleinigkeiten in der Technik aufgehalten. Auch das mache ich heute anders, bzw. versuche es. Manchmal kommt der Perfektionismus noch durch. Mehr Zeit für Marketing, fürs Netzwerken und vor allem für den Vertrieb. Hier ärgere ich mich schon manchmal, wenn ich zurückblicke. Was wäre wenn wir damals schon mehr Zeit in Instagram gesteckt hätten? Wenn ich öfter den Telefonhörer in die Hand genommen hätte? Lesson learned 🙂

Persönlich hat sich die viele Arbeit vor allem in drei Hexenschüssen in einem Jahr bemerkbar gemacht. Da habe ich erst gemerkt, dass meine Gesundheit auch zu meinem Beruf gehört. Denn wenn ich im Bett liege wegen Rückenschmerzen, kann ich nicht arbeiten. Diese Rechnung macht man meist nicht, wenn man total motiviert 15 Stunden am Tag am Rechner sitzt. Viel Schlaf, und vor allem Bewegung in jeglichen Situationen gehört jetzt zu meinen täglichen Entscheidungen.

Lieben Dank Marthe für die spannenden Antworten und vor allem weiterhin viel Erfolg mit fairplaid!

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Comments
  • Thomas
    Antworten

    In vielenn Bereichen wird mittlerweile auf Crowdfunding zurückgegriffen, weil es eine tolle Finanzierungsalternative ist. Mit der richtigen Idee und einer Menge Arbeit konnten dadurch schon tolle Projekte realisiert werden. Die Chance darauf sollte auch weiterhin genutzt werden.

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